Aktuell
Text Leserbrief im Landboten vom 15.3.2011
Die Natur hat uns am Beispiel Japan einmal mehr gezeigt, wer die Erde beherrscht.
Die Folgekatastrophe nun auch in einem der AKW's zeigt, dass auch die friedliche Atomtechnologie-Nutzung nicht wirklich technisch beherrschbar ist.
Erfreulicherweise haben nun auch schon hiesige Atomkraftwerkbefürworter zu einem Marschhalt aufgerufen. Leider gibt es aber noch zu viele technikgläubige Atomlobysten wie CEO Heinz Karrer von der Axpo oder NR Bischoff die den Lauf der Zeit einfach nicht wahrhaben können, denn ob alte oder neue Atommeiler, diese unglückselige Technik an sich wird zumindest immer teurer.
Als minimale Reaktion auf die Vorkommnisse in Japan werden den hiesigen AKW's zumindest höhere Sicherheitsauflagen verpasst , was zu höheren Kosten führen wird. Dies gilt umso mehr auch bei neuen Kraftwerken. Der im Bau befindliche "Vorzeigemeiler" mit den jetzt schon explodierenden Kosten in Finnland lässt grüssen. Dort wird der berechnete Preis für eine Kilowattstunde jetzt schon teurer sein als eine Kilowattstunde aus einem heutigen Windparkkraftwerk.
Text von der Wahlkampfveranstaltung des Artikels im Landboten vom 11.03.2011
Seuzach. Wie stehen Sie zur Atomkraft? Soll das Finanzausgleichsgesetz ohne Änderungen durchgehen? Wie sollen Lehrer entlastet werden? Fünf Seuzacher Kantonsratskandidaten bekannten am Podium der Interparteilichen Konferenz Farbe.
Dagmar Appelt
Die fünf Seuzacher Kandidatinnen und Kandidaten, die sich am Mittwochabend den Fragen von «Landbote»-Moderator Jakob Bächtold stellten, waren nicht nur thematisch gefordert – sie mussten sich im gut gefüllten Saal des Alterszentrums im Geeren auch von ihrer kreativen Seite zeigen. Die Einstiegsrunde sollten sie mit einem persönlichen Gegenstand bestreiten, der zeige, so der Moderator, «wie Sie als Kantonsräte zu politisieren gedenken».
Pfeife, Handy, Buch und iPad
Marco Calzimiglia kam mit einer Schiedsrichterpfeife. «Sie steht für ein faires und respektvolles Spiel», meinte der SVP-Kantonsratskandidat, der selbst schon als Schiedsrichter tätig war. «Nötigenfalls würde ich damit auch meine Parteikollegen zurückpfeifen, wenn sie sich nicht an die Regeln halten!»
Andreas Dreisiebner präsentierte dem Publikum sein Smartphone: «Man muss vernetzt sein, um möglichst schnell zu vernünftigen und pragmatischen Lösungen zu gelangen», zeigte sich der CVP-Spitzenkandidat überzeugt.
Romana Heuberger, die gegenwärtig ein Fernstudium in Betriebswirtschaft absolviert, brachte das Lehrbuch «Unternehmensführung und Investitionsrechnung» mit. «Es steht für mein Engagement für einen schlanken Staat, der sorgfältig mit den Finanzen umgeht», so die FDP-Kandidatin.
Peter Müller führte eine handbetriebene Taschenlampe vor. Der EVP-Kandidat räumte ein, dass die mit Batterien betriebenen Lampen effektiver seien. «Aber ich will damit zeigen, dass mein Leben auch mit etwas weniger Luxus noch gut ist.» Er wolle damit zudem «für mehr Erleuchtung statt Blendung» plädieren, so Müller.
Katharina Weibel, die im Kantonsrat der Finanzkommission angehört, hielt dem Publikum ihr iPad entgegen. «Das ist meine Art von gelebtem Klimaschutz, weil ich darin alles habe und nichts mehr ausdrucken muss», sagte die Freisinnige und einzige amtierende Kantonsrätin auf dem Podium. «Mit dem iPad kann ich im Rat jeweils gerade auf die harten Fakten zugreifen und die Ausführungen bezüglich ihrer Stichhaltigkeit einordnen.»
Endlager und Frühfranzösisch
In der Diskussion demonstrierte das Podium Einhelligkeit beim Finanzausgleichsgesetz, das so angenommen werden solle wie vom Regierungsrat vorgeschlagen. Gespalten war man in der Energiefrage: Die beiden Kandidaten von CVP und EVP setzten dem weiteren Betrieb von Atomkraftwerken ein klares Nein entgegen, während die FDP-Kandidatinnen und der SVP-Kandidat die Unabhängigkeit der Versorgung über alles stellten. «Die Schweiz soll nicht nur hinsichtlich der Energie, sondern auch in anderen Bereichen unabhängig bleiben», formulierte Calzimiglia sein politisches Credo.
Dreisiebner ist überzeugt, dass die Schweiz auf Atomkraft verzichten könnte. «Wir haben ja noch die Stauseen als Pfründe.» Ein Tiefenlager im Weinland kommt für ihn nicht in Frage. Für Heuberger allenfalls schon, «wenn es geologisch sinnvoll wäre».
Beim Thema, wie die Lehrkräfte entlastet werden sollen, scherzte Primarlehrer Müller zu Calzimiglia: «Ich muss aufpassen, mein Chef sitzt neben mir.» Der «Verkopfung» der Schule müsse aber der Riegel geschoben werden. «Das Frühfranzösisch sollte wieder an die Oberstufe zurückgegeben werden», so Müller. Heuberger brach eine Lanze für das duale Bildungssystem und forderte ein Überdenken des integrativen Unterrichts. Weibel plädierte für eine Abschaffung der Kleinstpensen und für gerechte Löhne zwischen Junglehrern und erfahrenen Lehrkräften.
